- Project Runeberg -  Personhistorisk tidskrift / Femte årgången 1903 /
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(1899-1908)
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Minnen af Gustaf IV Adolf

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und wussten ihn vortrefflich zu leiten. Dies war keine
kleine Aufgabe. Aber es wurde von Herrn Oberst selbst
dankbar anerkannt, was er mir auch, als ich in Pension
in der französischen Schweiz war, dahin schrieb. Diese
Briefe stehen, wenn Sie wieder einmal nach S:t Gallen
kommen, zu Ihrer Einsicht gerne bereit.

Herr Oberst var bei uns nie krank. Ein Herzschlag
hat seinem Leben ein rasches, schmerzloses Ende
bereitet; er wurde in unserm Hause einbalsamirt. Die
bevollmächtigten der Höfe kamen zur Stelle und Prinz
Wasa schickte einen Leichenwagen von Wien, um den
Vater in die Familiengruft nach dorten überzuführen.

Ich hatte in jener Zeit nicht den vollen Begriff
von all diesen Vorgängen; aber später musste ich mir
sägen, das war doch höchst interessant! Sein Bildnis,
das er noch bei Lebzeiten zum Andenken für meine
Eltern malen liess, ist in meinen Besitz übergegangen,
und ich halte dasselbe hoch.

Es tut mir leid, dass ich Ihrem Wunsche nach irgend
welchen Aufzeichnungen von H. Oberst sel. nicht besser
nachkommen känn. Es existirt hier absolut nichts
mehr davon, da die Bevollmächtigten der Höfe alles,
was noch vom Verstorbenen vorhanden war, mitnahmen.

2. Madame Bott-Naef till M. Hans Fehr d. 28 april 1901.

Nach dem Tode des Monarchen wurde derselbe noch in
unserm Hause einbalsamirt, was volle 3 Wochen in
Anspruch nahm. Nach Beendigung wurde die Leiche, weil
der Wagen zur Überführung nach Wien noch immer nicht
angelangt war, in die Sakristei von S:t Mangen Kirche
in S:t Gallen gebracht. Es wurde kund gegeben, dass
die Überführung im Laufe des Nachmittages stattfinden
werde, was sich dann sehr verzögerte, denn es war
unerhört was den ganzen Tag, bis tief in die Nacht,
Scharen von Neugierigen nicht nur aus der Stadt,
sondern aus dem ganzen Kanton herbeiströmten, um den
König noch zu sehen. Morgens 2 Uhr musste denn doch
Schluss gemacht werden. Die hohe Regierung, Behörden
und eine nicht enden wollende Menschenmenge gab der
Leiche das Geleite. Aber was unvergesslich schön und
grossartig war: als die Leiche das Haus verliess
strahlte ein wunderbar schön leuchtender Meteor in
eigendster Pracht am Himmel, und es war dies ein
ergreifender, wunderbar schöner Anblick. Wie war das
ein erhebendes Geleite! -
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Von meinen Eltern aufgefordert H. Oberst auf Neujahr
eine Gratulation zum neuen Jahre zu überschicken
tat ich dies sofort, beging aber dabei den grossen
Fehler, keine Adresse auf den Brief zu setzen;
ich schickte denselben meinen Eltern mit dem
sorglösen Gedanken sie werden das Fehlende noch
selbst besorgen. Das ist dann nicht geschehen, was
H. Oberst, wie Sie dies aus seiner Antwort an mich
ersehen, sehr kränkte und er die Antwort darauf mit
»L’Anonyme» unterzeichnete; schliesslich aber wurde
mein kindliches Versehen wieder gut gemacht und Herr
Oberst war wieder zufrieden.

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