- Project Runeberg -  Chemische Abhandlung von der Luft und dem Feuer /
14-15

(1777) [MARC] Author: Carl Wilhelm Scheele, Torbern Bergman
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bekannt ist, Kälte. Kömmt diese Kälte vielleicht daher,
daß das vergrößerte Volüm mehr zur Sättigung
bedarf und folglich, seiner Würkung nach,
mehr Wärme binden kann wie vorher? Oder wird
die Wärme, die anfänglich dem Waßer beyhieng,
und zu einem gewissen Grade getrieben worden, in
dem Stand gesetzet, näher und häufiger sich zu
vereinigen und folglich demselben den Theil zu entreisen,
der ihm zur nächst zur Hand ist?

Dieß ist ongefehr das, was die angestellten Versuche
uns bisher von der Zusammensetzung des Wassers
gelehret haben, und zeiget deutlich, daß man es
keineswegs, wie eine einfache Materie, ansehen darf.

Von der Luft habe ich vorher etwas angeführt,
und gewiesen, daß das, was man gewöhnlich mit
diesem Namen belegt, keineswegs ein einfacher und
gleichartiger (homogen) Körper sey. Ich habe auch
nun so viel weniger nöthig, mich mit diesem und dem
vierten so genannten Elemente, dem Feuer, aufzuhalten,
da dieß der Inhalt und der Endzweck dieses Werkes
ist, dessen Auctor, Hr. Scheele, sich schon durch viele
wichtige Entdeckungen um die Scheidekunst sehr
verdient gemacht hat. Alle seine Untersuchungen zeugen
nicht allein von einer tiefsinnigen Ueberlegung,
sondern auch von einer besondern Geschicklichkeit
und Unverdrossenheit, auf die gehörige Art,
sowohl durch Analysis, als Synthesis die Wahrheit
zu finden, Newtons Erfindung das Licht, das
unbegreiflich feine Licht in Farben zu zertheilen, hat, ob
es gleich bloß eine mechanishe Zertheilung war, einen
neuen Weg zur Kentniß vieler Geheimniße der
Natur gebahnet. Hr Scheele zeigt eine feinere, eine
chemische Zerlegung, die uns nicht allein von Lichte,
sondern auch vom Feuer, dessen zureichende Erklärung
bisher ein crux philosophiæ naturalis gewesen,
unterrichtet. Ich habe auch mit verschiedenen Veränderungen,
die hauptsächlichsten Versuche, auf welche
er seine Gedanken über diese Materie gegründet,
nachgemacht, und ihre völlige Richtigkeit befunden. Wenn
in kleinen Nebenumständen in der Folge eine etwas
nähere Berichtigung nöthig wäre; so hindert dieß
doch der Hauptsache, die auf mannigfaltige übereinstimmende
Versuche gegrundet ist, gar nicht. Wärme,
Feuer und Licht sind, der Gründmaterie nach, dasselbe
als gute Luft und Phlogiston, aber das Verhältniß,
und vielleicht auch die Vereinigungs-Art, verursachet
den großen Unterschied. Phlogiston scheint
eine würklich elementarische Materie zu seyn, welche
in den meisten Materien eingeht, und auf das hartnäckigste
sich bey denselben erhält. Man kennt verschiedene
Auswege, dasselbe mehr oder wenig vollkommen
davon zu scheiden. Von den bisher bekannten
Materien, ist die gute Luft am würksamsten, daher
ich auch auf meiner neuen Attractions-Tabelle in der
Columne des Phlogistons, dessen Zeichen zu oberst
gesezt habe; was dieselbe nicht schleunig thun kann,
wird allmählich durch Beyhülfe günstiger Umstände
ausgerichtet.

Wie angelegen die feinere Chemie sey, wird bey dieser
Gelegenheit nicht nöthig seyn weitleuftiger zu beweisen.
Es erfordert viel Vorurtheil, oder die größte Unwissenheit,
solche unter dem Scheine unnöthiger Subtilitäten,
zu verachten. Erde, Wasser, Luft, Wärme,
Licht ind viele dergleichen von den feinsten Materien
sind allenthalben zugegen, und so lange diese
nach ihrer Beschaffenheit unbekannt sind, müßen
nothwendig so wohl die Würkungen der Natur, als
der Kunst in tiefen Dunkel verhüllet seyn. In der Chemie
finden sich gar keine veritates otiosae; das kleinste
Phänomenon, wenn es völlig nach seinen Ursachen
erforschet ist, findet man aufs genaueste mit andern
von der größten Bedeutung so vereiniget, daß alles in
der natürlichen Haushaltung zusammenhängd.

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