- Project Runeberg -  Chemische Abhandlung von der Luft und dem Feuer /
152-153

(1777) [MARC] Author: Carl Wilhelm Scheele, Torbern Bergman
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Die stinckende Schwefel Luft. §. 97

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darauf fing der Spiritus an zu steigen, und es
präcipitirte sich ein gelbes Pulfwer, dieses war Schwefel.

9) Aus N:o 4.) ist zu sehen daß, nachdem diese
Luft verbrannt war, sich gleichfals ein Schwefel
präcipitiret hatte: Dieses muß der flüchtige Schwefel
Spiritus verursachet haben, welcher sich von demjenigen Theil
Schwefel so in Brande gerathen geschieden hat.

Ich füllete ein Glas mit dieser stinckenden
Schwefel Luft, goß darin ein wenig von flüchtigen Schwefel
Spiritus und vermachte es genau. Eine halbe Stunde
nachhero war das Glas inwendig mit einer gelben
Schwefel Haut überzogen, und die Luft war grösten Theils
absorbiret. Ich wiederholte eben diesen Versuch, setzte
ein Thermometer in das Glas und sahe daß der
Spiritus mercklich stieg.

Ich goß etwas Arsenik Säure in diese
Schwefel-Luft. Die Säure wurde gelb und es präcipitirte sich
ein rechtes Auripigment. Der dephlogistisirte Spiritus
Salis, absorbiret auch diese Luft und der Schwefel
präcipitiret sich. Die Salz Säure aber ändert sie nicht.

Ich glaube also, daß, wenn dieser Luft das
Phlogiston, welches das Verbindungs-Mittel zwischen dem
Schwefel und der Hitze ist, entzogen wird, so wird die
gantze Luft decomponiret: Die Hitze muß sich scheiden
und der Schwefel wird präcipitiret. Hieraus ist auch
abzunehmen das der flüchtige Schwefel Spiritus eine
Anziehung zum Phlogisto haben muß.

Da die Alkalia so wohl als der Kalck den
Schwefel nich auflösen, woferne sie nicht caustisch sind, so
muß die Hitze so diese Salze bey sich führen, die Haupt
Ursache seyn, das sie mit dem Schwefel zusammenhangen.
Wenn nun eine Art Säure, z. Ex. die Salz Säure
dazu komt, so verbindet sich diese mit der Kalck Erde
oder Alkali, so gleich wird die Hitze los, und da man
diese nicht fühlet so muß sie eine neue Verbindung
eingehen, da sie sich aber mit dem gleichfals sich
scheidenden Schwefel nicht vereinigen kann, es sey denn daß
mehr Phlogiston zu komt (N:o 5.) so ziehet diese Hitze
solches von einem Theil Schwefel zu sich und
vereiniget sich alsden mit so viel los gewordenen Schwefel als
um eine stinckende Schwefel Luft hervor zubringen
nöthig ist. Diese Meinung wird dadurch noch deutlicher,
weil man alle mahl entweder Gips, oder Tartarus
vitriolatus, wie auch Spiritus vitrioli volatilis in der
Lauge antrifft, nachdem der Schwefel ist präcipitiret
worden: Welches auch eine nothwendige Folge ist, wenn ein
Theil Schwefel bey dieser Luft Erzeugung decomponiret
wird. Giest man zu einer Schwefel Auflösung in Alkali
viel Säure auf ein mahl, so entstehet weniger stinckende
Luft, und man wird ein dünnes Oel in dieser Mischung
gewahr; doch dieses Oel hält sich nicht beständig flüßig,
sondern wird an freyer Luft bald dick und hart. Es
scheinet daß die viele Säure das Alkali zu geschwinde
raubet, und da alsdenn keine Decomposition oder nur

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