- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
78

(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 8. Eine gefährliche Wüstenreise

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has been proofread at least once. (diff) (history)
Denna sida har korrekturlästs minst en gång. (skillnad) (historik)

keiner der anderen Hunde die Fleischstücke anzusehen, bevor Maschka
und Taigun sich sattgefressen hatten. Nach ihrer Ankunft im Lager
fiel Jolldasch nicht gerade in Ungnade, aber er fühlte sich doch
vernachlässigt und zog sich freiwillig ins Privatleben zurück; er wagte
nie in meine Schilfhütte zu gucken, wenn die Neuen dort waren.
Ein solcher Versuch hatte schon einmal ein klägliches Ende genommen.
Ich hatte vergeblich versucht, den Vermittler zu spielen, denn Hunde
haben nun einmal ihren eigenen Kopf. Jolldasch schlief aber noch
immer treu vor meiner Hütte und wenn ich, was oft vorkam,
hinaustrat umd ihn streichelte, sprang und bellte er vor lauter Entzücken und
Dankbarkeit.

Jollbars, der „Tiger”, war ein kolossaler, schwarzbrauner Hund,
ein Sohn des Dschungels, mit Wolfsblut in den Adern, ein Hofhund
furchtbarer Art, ein Ritter der mörderischen Reißzähne. Er lag an
einer eisernen Kette, und niemand, außer mir und einigen der Leute,
wagte sich in den Kreis der Kette hinein. Er war ein Schrecken für
alles, was Dieb hieß, denn nachts wurde er losgemacht. Auch er
erlebte während der folgenden Jahre verschiedene Abenteuer. Einmal
wurde er von einem verwundeten, wütenden Wildschwein buchstäblich
aufgeschlitzt, so daß ihm ein paar Darmschlingen aus der Seite
heraushingen, aber er wurde nach dem Unfalle wieder ordentlich
zusammengenäht. Ein anderes Mal nahm er in der glühenden Wüste
Reißaus und galt für verloren, tauchte aber nach einem halben Jahre
wieder auf. Sein Andenken ist mir besonders lieb, denn er begleitete
mich auf dem harten, gefährlichen Ritte nach Lhasa und warnte uns
nachts vor Überfällen. Ja, ich liebte meine Hunde; sie vernachlässigten
nie ihre Pflichten und gingen ganz und gar in dem Karawanenleben
und seinen Anstrengungen auf.

Hütten, Ställe, Zelte, ganze Berge von Proviant und Gepäck
erhoben sich um den „Markt“ unseres Dorfes herum, auf dem die
Männer ihr offene Küche und ihren „Klub“ an dem Feuer, das erst
im Mai des folgenden Jahres erlosch, hatten. Von nah und fern
kamen Eingeborene, teils aus Neugier, teils um Waren zu verkaufen.

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Thu Jan 11 14:43:53 2024 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/abetibet/0096.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free