- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
264

(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 21. Einmarsch in Nordtibet

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264 Einundzwanzigites Kapitel.
and Brot, Mais und Kleidungsstücken bejtehende Laft war Dabei ver-
(oren gegangen. Der Boden des Flusses ist mit gewaltigen rund—
geichliffenen Granitblöcden bededt, über denen ichäumende, donnernde
Wassermassen brodeln. Tritt das Pferd auf eine gerundete, glatte
Steinfläche, jo schwebt es in Gefahr, auszugleiten, und tritt es zwischen
zwei Blöcke, so kann es ebenso leicht stecken bleiben. Am unruhigsten
war ich jedoch wegen der Kisten, die Instrumente, photographische
Apparate und Platten enthielten. Bei jeder Furt entkleideten sich
zwei der Leute halb und gingen barfuß hinüber, um den Grund zu
untersuchen. Hierauf führten drei Männer jedes Pferd einzeln mit
großer Vorsicht hinüber. An einer ziemlich bequemen Furt fiel es
dem einen unserer beiden Maulesel ein, den Pferden nicht folgen zu
wollen. Er versuchte es an der Seite, wo die Hauptmasse des Wassers
in einem tiefen Bette strömte, wurde von der Strömung gepackt und
eine Strecke flußabwärts getrieben, um auf eine Kiesbank hinaufgeschleu—
dert zu werden. Die Kosaken stürzten sich angekleidet inden Fluß
und brachten das Tier glücklich wieder auf die Beine, aber die ganze
Last, Mehl und Brot, ging verloren,
Die vierte Tagereife führte uns nach dem Passe Jaman-dawan
hinauf, ein jehr pafiender Name, denn er bedeutet der „schlechte Paß“.
Das Tal, dem wir folgten, verengte sich zueinem schmalen Hohlwege,
und der Anstieg wurde so steil, daß man lieber zu Fuß ging. Die
Lasten gleiten auf den Tieren bald seitwärts, bald nach der Schwanz—
wurzel hinunter und müssen unaufhörlich zurechtgerückt werden. Die
eigentliche Paßschwelle ist so scharf wie ein Messer; von einigen in
der Nähe liegenden Felsspitzen betrachtete uns eine Herde von Archaris.
Zu ihrem Glücke waren sie außer Schußweite für die Flinten der
Kosaken.
Noch eine Tagereise, und wir ließen das unfruchtbare Randgebirge
hinter uns zurück und befanden uns wieder auf der nordtibetischen
Hochebene. Dunkle, schwere Wolken begrüßten unsere Ankunft und
entluden sich von Zeit zu Zeit in Regen und Schnee, — wir kannten
diese Art Wetter vom vorigen Sommer her.

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Project Runeberg, Thu Jan 11 14:43:53 2024 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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