- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
392

(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 31. Auf dem Wege nach Ladak

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

392 Einunddreihigites Kapitel.
hallenden, eintönigen Schritte der Nachtwachen unterbrechen das tiefe
Schweigen. Mein Wafjerbecher ift am Morgen bis auf den Grund
gefroren, und die Tinte wird mir in der Feder zu Eis, wenn ich mic
beim Schreiben nicht über das Kohlenbeden beuge. Die Kälte ging
auf — 27° herunter, und ich wunderte mich nicht, daß die Tibeter fi)
nac) ihren Zelten zurücjehnten, fie hatten ja feine Hojen an.
Das Lager Nr. 130 erreichte das kleine Kamelfüllen nicht mehr,
es mußte unterwegs getötet werden. Die fräftigften in der Karawane
find, außer den ‚Hunden, unjere beiden Schafe, Wanfa und das lebte
aus Abdal. Die Mufelmänner würden lieber ungern als fie
schlachten.
Noch einige Tagemärsche in mörderischem, eisigem Gegenwinde,
und wir haben bis Leh nur noch 400 Kilometer zurückzulegen. Ich
wollte um jeden Preis vor demWeihnachtsabend dort anlangen, um
nach Hause zu telegraphieren.
sn der Nacht auf den 21. November sank die Kälte unter — 28°,
und die Wölfe wurden zudringlich, Die, Hunde jtimmten in ihr Ges
heul ein, es war ein ohrenbetäubendes Konzert, Eine neue Eskorte be—
gleitete und; dem Anführer wurde ein Nevolver verjprochen, wenn er
möglichjt wenig löge. Unjer Weg führte am Fluffe Tfangar-jchar
abwärts, an dejjen Ufer wir am 26. zwifchen dichtem Buschholze
tajteten. Mein Zelt wurde unmittelbar an dem raufchenden, hier nicht
zugefrorenen Strome aufgejchlagen, ich höre stets gern das Flangvolle,
fröhliche Raufchen fließenden Wassers. Impojante, wilde Feljen türmten
jih an feinem anderen Ufer auf umd jahen im Mondlichte beinahe
unheimlich aus. Eines der Pferde war fo ungeschickt, in den Fluß zu
fallen, und konnte nur mit Mühe wieder herausgezogen werden. Es
wurde, in Filzdecken gewicelt, an einem großen Feuer getrocknet, aber
nad) einigen Stunden lag es tot neben dem euer.
Am folgenden Morgen wurde mir gemeldet, daß Li Lojes Pferd
über Nacht geftorben sei. Unweit des nächiten Lagerplatzes ftarb ganz
plötzlich Turdu Bais alter Rappe, und während des Marjches ftürzte
aud) das letzte von unseren tibetischen Pferden. Bon der ftattlichen

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Thu Jan 11 14:43:53 2024 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/abetibet/0445.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free