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Der Fall von Jaroslau. 991
Ein wundexrlicher Anbli! Unter uns die nächsten Krümmungen
des San, seine Ufer und Waldungen; im Osten die russischen Stellungen,
anscheinend ganz nahe, in Wirklichkeit aber 1!// bis 2 Kilometer ent-
fernt. Durchs Fernrohr sah man genau, wie die Deutschen bei der
Flußbiegung südlih von Garbarze in ihren Pontons über den Fluß
seßten, trotz heftigen russishen JInfanteriefeuers und trotdem die Ge-
schosse der feindlichen Artillerie zuweilen wie dichte Hagelschauer über
sie niedergingen. Man hörte ein Knistern wie von Kastanien im Feuer,
und die Totenuhr der Maschinengewehre tickte {hrill. Die Pioniere
verloren wohl manchen tapfern Soldaten, aber sie ließen sih niht auf-
halten. Der Fluß durfte kein Hindernis bilden. Generaloberst von
Maensen hatte befohlen, den Russen keinen Augenbli> Nast oder Nuhe
zu schenken. Der Feind durfte keine Zeit gewinnen, seine geborstenen
Armeen wieder zu sammeln. Dabei hatten die deutschen Truppen selbst
cbensowenig wie Österreicher und Ungarn Rast oder Ruhe. Am Tage
marschierten sie, nahts stürmten sie. Auch an andern Punkten des San
seßten die Deutschen über; lange, graue Marschkolonnen bewegten sich
am westlichen Ufer nah Süden. Weiter im Südosten, aber außer
Sehweite, überschritten die Österreicher ebenfalls den Fluß. Man hörte
bloß den Kanonendonner und sah die Granaten einschlagen.
Die Sonne war untergegangen; es war gegen 8 Uhr. Im Norden
stand der Ort Misztale, kaum zwei Kilometer entfernt, in Flaminen.
Wie rote Fahnen flacerte die Lohe über Gehöften und mit tro>enem
Heu gefüllten Scheunen. Rings um das brennende Dorf war die ganze
Gegend erleuchtet, und über der Feuersbrunst stand eine Rauchwolke
wie eine Pinie. Eine wunderbare Stimmung, da oben auf dem Nathaus-
turm! Der Krieg breitete sih zu unsern Füßen in all seinem fürchter-
lichen Glanze aus. Der Reiter auf dem roten Pferde hatte an diesem
Tage viel zu tun.
Als ich spät abends in meinem Hotel war, hallte plößlih von den
Mauern ein furchtbares Gewehrfeuer wider; ihm folgte das Krachen
explodierender Granaten. Die Russen schienen in einem nächtlichen
Gegenangriff die Stadt wieder nehmen zu wollen! Die Straße lag
dunkel und verlassen. Keine einzige Laterne brannte, und in den meisten
Häusern war das Licht gelöscht. Die Zivilbevölkerung blieb in den
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