- Project Runeberg -  Vega-expeditionens vetenskapliga iakttagelser / Fjerde bandet /
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(1882-87) [MARC] Author: Adolf Erik Nordenskiöld
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mit Steinen iibersäht. Zwischen den Steinen besteht der Grund
grösstentheils aus Gries. Doch traf Richardson dort oben
auch Felder, die steinfrei und von Gras dicht bekleidet
waren.1

Es unterliegt also keinem Zweifel, dass es eine Steintundra
im arktischen Amerika von kolossaler Ausdehnung giebt. Sie
hat den bezeichneten Nainen Lichenentundra bekommen. Eine
in der Hauptsache ähnliche Formation bilden wohl auch die
Berge, Felsen und Steingerölle in unseren Alpen und
besonders in gewissen Wäldern bei uns, wo die Lichenen den
Hauptantheil der Vegetation ausmachen und sehr gedeihen. —
Ich habe noch nicht ermitteln können, ob aus Amerika gute
Beschreibungen vorliegen, die die Ausstreckung der ganz anders
beschaffenen, steinfreien Lichenenfelder bei Port Clarence klar
legen. Weder in Skandinavien noch anderswo habe ich etwas
ähnliches gesehen. Es scheint mir die betreffende Art von
Formation verhältnissmässig selten vorzukommen.

Die Ursache, weshalb auf felsigem Boden die Lichenen so
herrschend werden, beruht selbstverständlicli theilweise
dar-auf, dass sie dort wenig Coneurrenz mit anderen Pflanzen
auszustehen haben. Dass dieser Umstand nicht allein von
Belang ist, sehen wir sicher daraus, dass grosse Flächen der
Tundren aller Vegetation baar sind oder eine so knappe
her-vorbringen, dass der Torf des Bodens längst nicht völlig mit
lebenden Pflanzen gedeckt ist. Dort mangeln der Vegetation
und auch den Lichenen wichtige Bedingungen ihrer Existenz,
Bedingungen, die den letztgenannten im Steingeröll reichlich
erftillt werden.

Auf der sibirischen Iviiste sind die Lichenen, sogar auf
dem fiir sie giinstigsten Boden, diirftig entwTickelt und zeigen
darin einen grossen Unterschied sowohl mit der Flora der
Kusten des Beringsmeeres, wie auch mit derselben in
Skandinavien. Hierbei muss wohl der Unterschied in Kiima sich
kund thun, obgleich die Beschaffenheit des Bodens nicht ausser
Acht gelassen werden darf. Da die Lichenen an den Kusten
des Beringsmeeres und besonders bei Port Clarence ebenso
gut entwickelt sind, wie in Skandinavien und wie iiberhaupt
irgendwo, so wissen wir sicher, dass dort Bodenbeschaffenheit
und Kiima der Lichenenvegetation sehr vortheilhaft ist, sowie
dass die Coneurrenz ihr nicht iibermächtig wird.

1 Alles aus: Franklin, Narrati ve, of a Journey to the shores of the
Polar Sea 1819—22; Append. I, Richardson’s Geognost. observat., p. 520,
-529—30, 534 u. #. w.

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