- Project Runeberg -  Chemische Abhandlung von der Luft und dem Feuer /
8-9

(1777) [MARC] Author: Carl Wilhelm Scheele, Torbern Bergman
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nicht verworfen? Wie viele falsche Theorien über
Krankheiten und ihren Ursachen zeigt man nicht täglich
durch Beyhülfe der Chemie in ihrer Blöße?
Zucker mußte Kalk enthalten, um dadurch gewisse
Folgen erklären zu können, die man dem Zucker
zuschreibt, ob er gleich nicht die geringste Spur davon
enthält; Nieren und Blasensteine sollten aus Kalk
bestehen, ob sie gleich höchstens nur 1/2 Procent davon
halten, mancherley dergleichen Exempel zu geschweigen.
Wie sollten endlich ohne chemische analysis allerhand
arcana, Charlatanereyen, Betriegereyen, Nachläßigkeit
und viele dergleichen Ungeheure der Arzeneykunst
entdecket und im Zaume gehalten werden? Man sah nicht
ohne Grund die Musen für Schwestern an, und sie sind
ein artiges Sinnbild der Einträchtigkeit, in welcher
die Wissenschaften sich unter einander die Hände reichen
müssen, und ohne welche sie auch keine sonderliche
Höhe erreichen können.

Nächst der Gesundheit ist nichts angelegener, als
nothdürftiger Unterhalt. Um uns von dem Nutzen zu
überzeugen, den die Chemie auch hiebey hervordringt,
so wollen wir nur allein etwas bey dem Ackerbaue,
dieser edlen und uralten Beschäftigung, stehen bleiben.
Wenn wir den Columella und viele der ältesten
rei rusticae scriptores zu Rathe ziehen; so finden
wir mit Schaam, daß sie so viel wußten, als wir,
wo nicht mehr, ungeachtet aller Mühe, Aufmunterung
und Belohnung in den spätern Zeiten.
Hiemit hängt es auf folgende Art zusammen. Der
Herr der Natur hat so gütig für uns gesorgt, daß
das Korn, ohne vieles sonderliches Bemühen und
Kundschaft wächst. Die Verbesserung, welche die
Kunst im allgemeinen durch Uebung und gesammlete
Erfahrung gewinnt, ist auch bald genug erlangt, und
in diesem Zustande verbleibt sie denn, bis die
Naturkunde neues Licht anzündet. Es sind zwey sehr
verschiedene Dinge, Korn auf ein gegebenes Feld zu
bekommen oder so viel zu bekommen, als nur darauf
wachsen kann; Dies letztere gewinnt man gewiß nicht
immer durch bloßes Beflügen, Eindeichen, und
Düngen. Es werden außer diesen mechanischen Mitteln
zwey Dinge erfordert: eine solche Mischung
nämlich, welche den Gewächsen nicht allein dienliche
Nahrung geben kann, sondern auch die Feuchtigkeiten
so lange bey sich hält, als die gewöhnliche
Dürre es erfordert; denn auch in dem ausgesuchtesten
Erdreiche wächst nichts ohne Wasser. Die beste
Mischung muß also nach der Erdart, nach der Lage,
dem Climate, und der gewöhnlichen Witterung eingerichtet
werden, welches ich an einer andern Stelle
ausführlicher gezeiget habe. Inzwischen wird man
leicht finden, daß die Chemie für den Ackerbau und
die ganze specielle Landoeconomie, ohngefähr von
derselben Wichtigkeit sey, wie die Astronomie für die
Schifffahrt.

Die Künste und Handwerke beschäftigen sich mit
der Veredlung der Materien. Ein Theil derselben
ist von Anfang bis zu Ende ein Zusammenhang vieler
chemischen Operationen; andre sind mehr mechanisch,
doch ist kaum eine einzige, welche nicht wenigstens
ein oder ander Problem hat, dessen vollkommene
Auflösung Hülfe von der Chemie bedarf. Welch
eine Reihe von Jahren ist nicht verflossen ehe [sie?]
entweder durch ein ohngefähr oder durch unüberlegte
Versuche, zu der getzigen Vollkommenheit gebracht
worden, und ehe man alle hier vorfallende
Angelegenheiten auszuweichen, gelernet hat. Eine
hinlängliche Kenntniß der Materien selbst giebt
hierin oft ohne alle Umwege den erforderlichen
Unterricht. Ein Unglück ist es nur bisher gewesen,
daß die ganze Ausübung der Künste, sehr
geheim gehalten worden. Seitdem aber die Königl.
Franz. Acad. d. Wissensch., dies Hinderniß aus dem

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