Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Zur Ragnarsdrápa (F. Detter)
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Man kann aber auch anders überlegen: Ein Fälscher musste,
um es möglichst glaubhaft zu machen, dass etwa Bragi der
Verfasser eines Gedichtes sei, eine Beziehung dieses Dichters zu
seinem Fürsten zum Ausdruck bringen, aus welcher das Gedicht
hervorgegangen sei. Die Form des Schildgedichtes war da ein sehr
bequemes Mittel, und so erklärte es sich, warum wir gerade unter
den angeblich ältesten skaldischen Erzeugnissen mehrere
Schildgedichte finden.
Ein zwingender Beweis für die Echtheit der Ragnarsdrápa
ist also bisher noch nicht erbracht, und man hat das Recht einen
solchen zu verlangen, denn die historischen Voraussetzungen, welche
das Gedicht macht, sind bedenklicher Natur. Um es der guten
Gróa gleichzutun, welche ihrem Sohne unfehlbare Ratschläge gab,
während sie stand á iarSfQstum steint, fehlt uns die Hauptsache,
der iardfastr steinn. Man wird daher gut tun, von der
Ragnarsdrápa vollkommen abzusehen, und /sie weder für noch gegen
Bugges Theorie von der Entstehung der nordischen Sage verwerten zu
wollen. Stellen wie der Schluss der VqIu spá, wo von dem grossen
Gericht, von dem mächtigen Richter, von der Belohnung der Guten
und Bestrafung der Bösen die Rede ist, oder der Mythus von dem
Riesen, der sich aus der allgemeinen Flut in einem lúðr
(Übersetzung von lat. area) rettet, sprechen deutlich genug, und es ist
eine Frage von verhältnismässig untergeordneter Bedeutung, ob
diese fremden Züge von Irland oder anders woher gekommen sind.
Auch F. Jonsson glaubt jetzt an fremde Einflüsse in der
nordischen Mythologie, nur denkt er dabei an Deutschland.
Im Eingange seiner Abhandlung bespricht F. Jonsson auch
Zimmer’s keltische Studien, auf welche sich Bugge berufen hat.
Er hebt wol mit Recht hervor, dass es die deutsche Form der
NibelnngensHge ist, welche sich nach Zimmers Ausführungen in
den irischen Erzählungen findet, und dass deshalb die Sage
wahrscheinlich direkt aus Deutschland zu den Iren gekommen ist. Aber
die Übersetzung von in centum ferme annis in der bekannten
Di-cuil-Stelle mit "in den letzten hundert Jahren" ist durchaus nicht
notwendig. Am wahrscheinlichsten scheint mir die Erklärung,
welche Zimmer in den Sitz. Berichten der preuss. Akad. 1891, S.
290 vorgetragen hat: ’auf den Färöern wohnten innerhalb ungefähr
100 Jahre irische Eremiten, was jetzt ganz aufgehört hat’, so dass
sich aus der Stelle kein genaues Datum gewinnen lässt. Auch die
Vermutung Zimmers, dass in der Brandanlegende Nordleute beim
hesiavig vorgeführt werden, ist doch sehr wahrscheinlich. Es ist
ferner zwar richtig, dass ir. elta formell ebenso gut auf ags. hilf
wie auf anord. hialt zurückgeführt werden kann; wenn man aber
von Zimmer Zs. f. d. A. 32, 268 erfahrt, dass das ir. Wort ganz
so wie das nord. den Schwertknopf und die Schutzvorrichtung
zwischen Handgriff und Schneide bedeutet, und dass das, was im
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