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å10 Kahle: Das christ. in ct. awno. dich taug.
braucht haben. Immerhin können in dem ausdruck
heidnische und christliche Vorstellungen zusammengetroffen sein.
Eine der eigentümlichsten Vermischungen heidnischer und
christlicher anschauungen ist es sicherlich, wenn Eilifr
Guþrún-arson in einer von Snorri Sturl. Edda T, 445 erhaltenen
Strophe sagt, dass Roms starker könig, d. h. Christus, südlich an
Urds brunnen sitze, den man sich an den wurzeln der
welt-esche dachte. Es soll wol der gedanke ausgedrückt werden,
dass Christus im besitz der erhabensten Weisheit sei und die
geschicke der menschheit lenke wie die norne. Eilifr lebte
ums jähr tausend und hatte vor seiner bekehrung ein
gedieht auf |>órr verfasst. Wahrscheinlich mischten sich bei
ihm noch alte und neue Vorstellungen in wunderlichster weise,
wie uns solches ja mehrfach aus jener frühzeit des
Christentums überliefert ist*).
Bugges sprachliche herleitung 2) des Urpar- in
Urpar-brunnr aus einem Jordan, Jurdan, welches heidnische
Nordleute im westen hörten, indem sie in bewuster weise bei
Übertragung des namens das j fortliessen, da in urverwanten
Wörtern, die im ags. mit j anfingen, dieses den nordischen
Wörtern fehlt, wie z. b. ags. geong, giung, iung = awestn.
ungr, scheint mir nicht haltbar. Das heisst den kriegerischen
einwanderern zuviel sprachliches gefühl zutrauen. Wol aber
ist es nicht unmöglich, dass sie von irgend einer Vorstellung
kenntnis bekamen, nach der Christus an dem mit dem
kreuz identifieierten lebensbaum sass, dessen wurzeln von
einer quelle bespült wurden. Dass man diese quelle auch
Jordan genannt hat, indem man an diesen fluss als prototyp
des taufwassers dachte, ist reine vermutung Bugges und durch
nichts von ihm bewiesen. Aber die erwähnung des
lebens-baums mit der quelle konnte genügen, um bei heidnischen
oder halbheidnischen dichtem die heimische Vorstellung von
*) Vgl. Maurer, Bekehrung I, s. 90 ff. a) Vgl. Studien über die
ent-stehung der nordischen götter- und heldensagen. München 1889, s. 490 ff.
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