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195 Boer: Högnis söhn.
dig gleichberechtigt halte *) — dass die auffassung der
Gud-rún als Aldrians mutter jünger als Atlamál ist. Wie alt
sie dann ist, lässt sich nicht sagen, denn aus der zeit, welche
zwischen dem gedichte und der J>S liegt, ist die Überlieferung
uns nicht bekannt. Dass aber eine beeinflussung der
Gud-rún-sage durch die Signý-saga noch in einer so späten zeit
möglich war, dass die spuren der beeinflussung sich zuerst
in mit der J>S gleichzeitigen oder sogar jüngeren quellen
zeigen, beweist ein dänisches lied, welches denselben
gegenständ behandelt, nämlich Frændehævn (Grundtvig n:o 4).
Dieses lied erzählt in drei redactionen (A—C) Gudrúns räche
an Attila nach der skandinavischen tradition; es weist aber
berührungen mit der Signý-sage auf, welche allen älteren
quellen fremd sind. Nach den redactionen A und C hat der
gemahl in Übereinstimmung mit der Signy-sage, in abweichung
aber von der Gudrún-sage nicht nur die brüder sondern auch
den vater seines weibes ermordet. In B 17 legt das weib
die Schwerter ihrer brüder under tkeriss side, was auf den
in der Yolsunga saga mitgeteilten zug, dass Signý ihrem
bruder sein Schwert ins gefängniss zukommen lässt,
zurückgeht; in der sage von Gudrún findet sich nichts
entsprechendes. Die frau beisst in B Sinnelille, woraus Senild in C,
wahrscheinlich auch Ellind in A entstellungen sind.
Sinnelille aber ist Signe lille. Freilich begegnet dieser name auch
in anderen liedern, aber in Zusammenhang mit den übrigen
*) Für dieselbe dürfte die er mor dun g der knaben sprechen, welche in
der Signý-sage mit der erzeugung des sohnes durch das geschwisterpaar in
einem logischen zusammenhange steht. Wir hätten es hier mit einer, soweit
das schema der erzählung es zuliess, vollständigen nachbildung zu tun. Allein
die consequenz, mit der die nachbildung durchgeführt ist, beweist noch nicht
ihre einheitlichkeit. — Andererseits darf man mit recht fragen, wie denn sonst
die alte dichtung den Hniflungr aufgefasst haben sollte. Wenn er von anfang
an für die rolle, welche in der Signý-sage Sinfjgtli zufällt, bestimmt war,
wenn er später für einen söhn der Gudrun galt, ist dann nicht die einfachste
erkiärung seiner poetischen existenz diese, dass schon der dichter, welcher
zuerst von ihm erzählte, in ihm eine frucht der geschwisterliebe sah?
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