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116 Meyer: Snorri als Mythograph.
des vielverbreiteten Servius (vgl. Einleitung der Ausgabe B.
LXXV) zu Nutze gebracht, so müssten davon Spuren zu
finden sein. Aber Gylf. ist kein Mosaik aus Einzelglossen,
sondern eine wohldurchdachte und geordnete Monographie.
Deshalb darf man auch zwei andere Werke nicht her-
anziehen, deren Verbreitung in Mittelalter den Blick auf sie
lenken könnte, den Hygin und den Isidorus Hispalensis.
Hygin hat ja Zusammenstellungen wie (N. CLXXXIII)
”equorum solis et Horarum nomina”, aber Snorri konnte zu
den Namen Alsvidr und Arvakr (Gylf. c. XI) wahrhaftig
auch ohne solche Anleitung kommen (vgl. mein Buch B. 551
über die Namengebung bei Snorri). Und in den Origines
ist ja nun vollends alles auf die Etymologie angelegt und
ein inhaltlich reiches Buch hätte sich an diesem Muster nie-
mals herausbilden können.
Wir dürfen deshalb sagen: Snorris mythologisches Hand-
buch ist bei ihm nicht aus Einzelanlehnungen an Servius
oder Hygin oder Isidor herausgewachsen. Dass es aber ganz
und gar auf seiner genialen Initiative beruhte, ist erst recht
unwahrscheinlich. Und somit wird er sich an fertige Vor-
bilder wissenschaftlicher Mythographie angeschlossen haben.
Solche besitzen wir nun als Typus; wenn auch nicht
gerade die uns erhaltenen Exemplare in seiner Hand ge-
wesen sein werden. Es sind die lateinischen Mythographen,
die Angelo Mai 1832 entdeckt hat (Scriptores rerum mythi-
carum latini tres. Ed. G. H. Bode, Leipzig, 1834). Und
zwar kommt speziell der dritte in Betracht, der etwa im
10 Jh. entstanden scheint (Thilo-Hagen, a. a. O. S. XXXVIII).
Hier haben wir in der Tat alles, was wir brauchen.
Der Mythograph bringt unter der Ueberschrift ”de diis gen-
tium et illorum allegoriis” zunächst ein Proemium, das von
dem Ursprung der Götzenbilder erzählt: Ein reicher Aegyp-
ter namens Syrophanes richtete nach dem Tode seines ein-
zigen Sohnes ein simulacrum desselben auf, das von der
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