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118 Meyer: Snorri als Mythograph.
müssen, um selber zu ihm beten zu können; manche Ver-
anlassung zu diesen Namen haben aber auch seine Fahrten
gegeben”. (Gering S. 315). — Aber man sieht, dass auch
hier nur die Grundanschauung stimmt, die eben die christ-
liche ist, der eine Gott habe sich allen Völkern offenbart
und werde erst seit dem Turmbau zu Babel in vielerlei
Sprachen angerufen. In jener vorläufigen Verherrlichung
des heidnischen Hauptgottes ist deshalb auch nur eine Hul-
digung an den von den Mythographen verehrten einen Gott
zu erblicken.
Also wird man ruhig bei der Meinung beharren dürfen,
Snorri habe in echt philologischer Weise aus den Quellen,
die er ja gern selbst citiert, eine Gesamtdarstellung der ed-
disehen Mythologie gegeben, die nur durch seine eigenen
Voraussetzungen getrübt ist, nicht durch irgend welche in-
terpretatio Romana. Auch dass Grim. Str. 45 für die
ganze Fiktion des Gylf. (und der Bragarcedur) den Ausschlag
gab, glaube ich weiter (vgl. Rel.-Gesch. S. 565) vertreten
zu können. Wohl aber sehe ich in dem Mythographen den
Typus derjenigen lateinischen Arbeiten, die allein den gros-
sen Gelehrten Mut und Möglichkeit zu seiner kühnen Un-
tersuchung geben konnten.
Dies sind die Momente, auf die es ankommt. Der rö-
mische und der isländische Mythograph beginnen mit einer
kurzen Aussenerzählung, die bei beiden die Aufgabe hat,
die Mythologien als Trugbilder zu charakterisieren, bei Snorri
allerdings noch zu einer Rahmenfabel im Katechismusstil
von Veg., Vaf., Alv. erweitert wird. Dem entspricht die Nei-
gung zu allegorischer Deutung (Mythogr. S. 174. 215. 222.
246; Thor in Utgard Gylf. c. XLVI; das Gesinde der Hel
c. XXXIV). Auch die Freude an Etymologien (Mythogr.
z. B. S. 153; 200 ff; Gylf. c. XXXV) ist davon nicht zu
trennen; und die Art, wie diese Namendeutungen den Nen-
nungen von Göttern und Göttinnen angefügt werden (z. B.
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