- Project Runeberg -  Arkiv for/för nordisk filologi / Tjugoåttonde Bandet. Ny följd. Tjugofjärde Bandet. 1912 /
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(1882) With: Gustav Storm, Axel Kock, Erik Brate, Sophus Bugge, Gustaf Cederschiöld, Hjalmar Falk, Finnur Jónsson, Kristian Kålund, Nils Linder, Adolf Noreen, Gustav Storm, Ludvig F. A. Wimmer, Theodor Wisén
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112 Meyer: Snorri als Mythograph.
phen verglichen habe, desto stärker bin ich von seiner in-
haltlichen Unabhängigkeit überzeugt. Er geht wirklich wie
ein grosser Gelehrter vor (vgl. Altgerm. Rel.-Gesch. S. 572):
er sammelt urkundliches Material, sichtet es, disponiert und
verarbeitet. Sein Stoff nicht nur, auch seine Auffassung
bleiben von seiner Gelehrsamkeit unberührt (vgl. über seine
Objektivität Willcen Untersuchungen zur Snorra Edda S. 163);
aber nicht Stil und Technik seiner Darstellung.
Die Frage, wie Snorri eine so umfassende wissenschaft-
liche Beschreibung der altnordischen Mythologie geben konnte,
ist noch gar nicht aufgeworfen worden. Verstand sich denn
das von selbst? war im dreizehnten Jahrhundert die Kunst
wissenschaftlicher Quellenbeschaffung, systematischer Anord-
nung (Altgerm. Rel.-Gesch. S. 564), objektiver Darstellung
an sich und gar für ein solches, dem Christen durch seine
Bildung fernliegendes Thema so einfach, dass man sie wie
eine beliebige Heiligenlegende in den Fluss der Tradition
einfügen dürfte?
Nur Finnur Jónsson gibt eine Antwort.
”Das ist klar, dass ein Gedicht von der Art der Vçduspà
als wegweisendes Vorbild gedient hat. Hier war der Rahmen
gegeben und die wichtigsten Punkte in der Entwicklung der
Mythengeschichte festgelegt. Aber die Darstellung musste
und konnte mit Hilfe anderer Quellen viel inhaltreicher und
vollständiger werden. So musste eine Beschreibung der ein-
zelnen Götter, wofür in der Vçluspà kein Platz war, an
passender Stelle eingesetzt werden” (Den oldnorske og old-
islandske Litt. Historie 2, 2, 687). Viel unklarer sagt Gol-
ther (Nordische Literaturgeschichte 1, 118): ”Nach einer
ähnlichen Liedersammlung, wie auch wir sie durch Bryn-
jolfs Handschrift kennen, entwirft Snorri einen Abriss der
Göttersage”; während Mogk in seinem ausgezeichneten Abriss
der norwegisch-isländischen Literatur (in Pauls Grundriss 1.
Aufl. 2, 1, 906) sich nur negativ äussert: ”Unbeeinflusst von

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