Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - John Loewenthal, Zur germanischen Wortkunde (Forts.) - 94. an. mal - 95. an. maðr
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Loewenthal: Zur germanischen Wortkunde. 127
circulo et in hasla, hoc est in ramo” geredet. ”Die hasla,.
corylus, colleris war ein Haselstab, den der Gegner des
Schwörenden beim Staben des Eides in der Hand hielt und
den der Schwörende antasten musste. Der circulus war aber
wahrscheinlich nicht ein in die Erde geritzter Kreis, sondern
nichts anders als ein Eidring, so dass der Eid in circulo et
in hasla als ein Eid auf Ring und Stab aufzufassen sein
dürfte”x).
Der idg. Stamm md- ist die Schwundstufe einer Erwei-
terung des Zeitwortes am-, am- ”greifen” 2), bezw. em-, ëm
”greifen” 3), vorliegend in abg. imami ”habe” 4); am-, äm-
selbst liegt vor in gr. àjuàojuai ”sammle, fasse”, ai. vy-âmâ-s
”Länge der ausgebreiteten Arme, Klafter” 2), wozu wohl auch
ai. Indrá-s ”Name des altindischen Gewittergottes”, eigent-
lich ”Angreifer” 5); em-, Im- liegt vor in lat. emo, ëmi
”kaufe” 6), lit. emïkas ”Angreifer”, apr. emelno ”Mistel” 3).
Idg. *M9tlóm ”Anfassung” wurde also durch die beson-
deren germanischen Rechtsbräuche *maplan ”Rechtssache,
Rede vor Gericht”, denn hierbei war die Berührung von Ring
und Stab von Belang, ja, wie es scheint, geradezu von
Wichtigkeit.
95. an. ma&r.
An. maðr ”Mann”, ahd. man, abg. mçêï, phryg. Màvrjg
und gewiss auch lat. mäs} ai. pú-mans ”Mann”, mánu-á
”Mensch”.
Die Wurzel ist. idg. man-, men- ”^ergreifen”. Dieser
vorauszusetzenden Grundbedeutung am nächsten ist aw. mani-
”rühre” ”stosse an etwas”. Daraus wird ”schütteln”: ai.
mánthati ”schüttelt”, hieraus nach Erfindung des Quirls ”um-
rühren”: lit. mentürè ”Quirl”, abg. mçtçy mçsti ”rühren, mi-
*) Brunner a. a. O., II, p. 429 f. 3) hierüber siehe Reichelt, K. Z. 46
p. 311. 3) hierüber Brückner, K. Z. 45 p. 296. *) hierüber Berneker, Slav.
Et. Wb. s. v. s) vgl. E. Lidén, Stud. z. ai. und vgl. Sprachgesch. 80. 6) vgl.
Walde. Lat. Et. Wb.* s. v.
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