- Project Runeberg -  Arkiv for/för nordisk filologi / Fjortonde Bandet. Ny följd. Tionde Bandet. 1898 /
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(1882) With: Gustav Storm, Axel Kock, Erik Brate, Sophus Bugge, Gustaf Cederschiöld, Hjalmar Falk, Finnur Jónsson, Kristian Kålund, Nils Linder, Adolf Noreen, Gustav Storm, Ludvig F. A. Wimmer, Theodor Wisén
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Beiträge zur runenlehre (Theodor von Grienberger) - 3. Erklärung einiger continentalen runeninschriften

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v. Grienberger: Zur runenlehre.

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des Satzes Ibga thorre wö’dan, wígil thanar d. h. ’lügner verdirb
Woden, streithahn Thonar!’ ist annähernd symmetrisch und es
kann nicht entgehen, dass er die form gehobener spräche hat,
wie es für einen im affect gesprochenen satz sich wol geziemt.
Henning erklärte denselben direct als alliterierenden vers.
Was den gebrauch von thorrën betrifft, so sei er hier kurz
erläutert. Bei Tatian 121, 2 steht vollkommen einstimmend,
indem das dorren als folge eines fluches dargestellt ist
meist ar, senu nu thie figboum themo thu fluohhotas thorreta
’ecce ficus cui maledixisti aruit’, ebenda 92, 2 vom
hinschwinden in der krankheit inti dorret ’et arescit’, 145, 15 von der
aufzehrenden Wirkung der furcht thorrenten mannon thurah
forahta inti beitunga ’arescentibus hominibus’. Ebenso bei
Otfrit III, 7, 64 das bild dorrenden grases mit Übertragung
auf psychologische dinge thaz gras sint äkusti, thes Itchamen
lusti, sie blüent Mar in manne sår z’erthorrenne, auch mhd.
vom schwinden in krankheit und entbehrung alsus dorret im
der Up Gregor. 669, vor hunger milesten dorren in die backen
MSH 3, 293 a und ähnlich mit der inschrift ir gote muosten
fülen, dorren ouch Bari. 265, 37. Du sollst verdorren ist
ein im niederösterreichischen Waldviertel noch heute
geläufiger fluch. Auf zugrundegehen im allgemeinen bezieht sich
as. thorron in Hël. 4319, wo vom ende der weit die rede
ist, than thorrot thiu thiod.

Der imperativ Hhor{r)ë der Nordendorfer inschrift ist
demnach ein feierliches ’peri’, eine absage, gerichtet an die
ungnädigen götter, den wortbrüchigen Woden und den
streitlustigen Thonar. In betreff alter Zeugnisse für den ’treulosen
Woden’ brauche ich mich nur auf Golther’s handbuch der
deutschen mythologie zu berufen, wo entsprechendes
zusammengetragen ist: s. 329 aus Lokasenna, Vorwurf der
Ungerechtigkeit in der entscheidung des kampfes, 332 aus Saxo V 238,
Vorwurf der Unbeständigkeit gegen den begünstigten, 334 aus
Hrolfssaga Kraka Fornaldars9gur I cap. 38 ff, 47 ff., ’Odinn

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