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274 Mogk: Anmälan.
geistigem gebiete (s. 26). Allein das ist mir unverständlich, da er
zu gleicher zeit einen grossen einfluss auf technischem gebiete
anerkennt. Giebt man aber diesen zu, so liegt doch kein grund vor,
ihn auf geistigem in abrede zu stellen. Ich will nur an ein
beispiel erinnern. Wenn wir von Olaf pá in der Laxd. saga lesen,
dass ihn seine mutter Melkorka an einsamem orte auferzogen,
dass er das irische vollständig beherrscht habe, so ist doch
anzunehmen, dass die irische königstochter auch die geistige
entwick-lung des knaben beeinflusst und ihm Vorstellungen aus ihrer heimat
eingeimpft habe. Die kurteisi, die er sich hier angeeignet (ausg.
Kålund s. 33, 22) und die ihn während seines lebens nicht
verläset, ist sicher seiner mutter zuzuschreiben, denn ihre ganze seele
scheint die unglückliche königstochter ihrem söhne eingeflöszt zu
haben. Hier haben wir einen ganz konkreten fall, der uns den
fremden keltischen einfluss auf geistigem gebiete bei den
Nordgermanen wahrscheinlich macht und erklärt. Wohl gehört das
beispiel erst dem anfang des 10. jhrhs. an, allein wie zu jener zeit
werden auch im 9. jhrh. ganze scharen gefangener Iren mit
fortgeführt, frauen und männer, die in der neuen heimat wohl
schwerlich sofort ihr kulturgewand abgelegt haben. So mag sich
unwillkürlich, ja fast unbewusst irische kultur mit der altnorwegischen
gemischt haben. Und wo die quellen keine direkten Zeugnisse über
kulturströmungen bringen, da müssen wir die stummen funde oder
die spräche wenigstens fur die möglichkeit eines einflusses auf
geistigem gebiete sprechen lassen. Ich halte also eine
geschichtliche und kulturgeschichtliche einleitung für den festesten grund
jeder litteraturgeschichte.
F. Jonssons werk soll in drei bänden erscheinen, von denen
jetzt der erste in drei stattlichen lieferungen vorliegt. Er bringt
nach einer kurzen einleitung die darstellung der eddischen (s. 9
—321) und der skaldischen dichtung (321—650). Jedes gedieht,
jeder dichter wird einzeln besprochen; zuweilen fällt dabei etwas
für die textkritik ab. Volle litteraturangabe ist nicht angestrebt,
nur gelegentlich werden die ansichten anderer angeführt oder
bekämpft.
Es ist freudig zu begrüssen, dass F. Jonsson von der
profan-geschichte ausgeht. Er thut dies sowohl bei den eddaliedern (s.
9 ff.) als auch bei der skaldendichtung (s. 321 ff.). Dort schildert
er den geschichtlichen zustand Skandinaviens bis um 1000, hier
besonders den Islands in dem 1. Jahrhunderte nach der
besied-lung. In beiden abschnitten will der verf. den nachweis fuhren,
dass sich sowohl die eddische dichtung als auch die skaldische nur
unter gewissen Voraussetzungen entwickeln konnte: jene in ruhiger
zeit in Norwegen, diese besonders auf Island. Wie die isländische
skaldendichtung die norwegische verdrängte und wie sie besonders
durch die praktischen ziele der dichter zu solcher blute gelangte,
hat der verf. trefflich und überzeugend entwickelt. Dagegen kann
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